Was ist Mantrailing? Einfach erklärt für Anfänger
Was ist Mantrailing? Einfach erklärt für Anfänger
Du hast schon einmal von Mantrailing gehört, weißt aber eigentlich gar nicht so genau, was das ist?
Vielleicht hast Du einen Hund, der draußen ständig mit der Nase unterwegs ist. Jeder Grashalm wird untersucht, spannende Spuren werden verfolgt und manchmal hast Du das Gefühl, dass Dein Hund seine Umwelt sowieso hauptsächlich mit der Nase wahrnimmt.
Perfekt.
Denn genau diese Fähigkeit nutzen wir beim Mantrailing.
Beim Mantrailing sucht Dein Hund einen bestimmten Menschen anhand dessen individueller Geruchsspur.
Und dafür muss Dein Hund weder Rettungshund noch Diensthund sein. Mantrailing können Hunde aller Rassen und nahezu jeden Alters lernen.
Bei uns in der Dogs Academy in Bramsche bei Osnabrück starten deshalb auch ganz normale Familienhunde mit dieser spannenden Form der Nasenarbeit.
Was bedeutet Mantrailing überhaupt?
Der Begriff kommt aus dem Englischen:
Man = Mensch
Trail = Spur
Beim Mantrailing verfolgt Dein Hund also die individuelle Geruchsspur eines bestimmten Menschen.
Im Training geht diese Person – wir nennen sie meistens Versteckperson – eine bestimmte Strecke und wartet am Ende auf Deinen Hund.
Dein Hund bekommt am Start den individuellen Geruch dieser Person und soll anschließend deren Spur verfolgen.
Klingt erstmal ziemlich einfach?
Ist es vom Grundprinzip auch.
Und genau deshalb müssen wir gerade am Anfang keine Wissenschaft daraus machen.
Woher weiß mein Hund, wen er suchen soll?
Dafür nutzen wir einen sogenannten Geruchsartikel.
Das kann zum Beispiel ein getragenes Kleidungsstück, eine Mütze, ein Handschuh oder ein anderer Gegenstand sein, an dem sich der Geruch der gesuchten Person befindet.
Am Start bekommt Dein Hund die Möglichkeit, diesen Geruch aufzunehmen.
Dabei ist mir eines wichtig:
Dein Hund holt sich den Geruch selbst.
Wir müssen ihm nichts unter die Nase drücken und ihn anschließend in die vermeintlich richtige Richtung schieben.
Er soll lernen:
Diesen Geruch suche ich.
Dann beginnt seine Arbeit.
Wie sieht das erste Mantrailing-Training aus?
Gerade bei einem Anfänger machen wir es zunächst einfach.
Die Versteckperson geht weg. Dein Hund darf am Anfang durchaus sehen, dass diese Person verschwindet.
Nach einer kurzen Wartezeit beginnt die Suche.
Dein Hund nimmt den Geruch auf und folgt der Spur zur Versteckperson. Dort wartet eine richtig gute Belohnung auf ihn.
Das kann Futter oder ein tolles Spielzeug sein – Hauptsache, Dein Hund findet es richtig klasse.
Damit lernt er:
Diese Spur zu verfolgen lohnt sich für mich.
Und genau darauf bauen wir anschließend auf.
Aber wenn mein Hund die Person weggehen sieht, ist das doch keine richtige Suche?
Doch.
Denn wir wollen Deinen Hund am Anfang ausbilden und nicht prüfen.
Er muss zunächst verstehen, welche Aufgabe wir überhaupt von ihm möchten.
Erst danach steigern wir langsam die Schwierigkeit.
Die Person verschwindet außer Sicht. Die Trails werden etwas länger. Erste Richtungsänderungen kommen dazu. Wir trainieren unterschiedliche Wege und später natürlich auch unterschiedliche Gebiete.
Hier rund um Bramsche und Osnabrück haben wir dafür reichlich Möglichkeiten: ruhige Wege für die ersten Schritte, Wohngebiete und später auch belebtere Bereiche für fortgeschrittene Teams.
Aber alles zu seiner Zeit.
Erst verstehen. Dann steigern.
Muss ich meinem Hund zeigen, wo die Spur entlanggeht?
Nein.
Und genau hier wird Mantrailing richtig interessant.
Dein Hund besitzt die bessere Nase – also darf er sie auch benutzen.
Du arbeitest natürlich mit Deinem Hund zusammen. Du führst ihn zum Start, arbeitest mit der Leine und sorgst dafür, dass er seine Aufgabe vernünftig erledigen kann.
Aber Du musst nicht permanent versuchen, ihm zu erklären, wo es langgeht.
Wenn die gesuchte Person links abgebogen ist, soll Dein Hund lernen, dieser Spur nach links zu folgen.
Nicht weil Du ihn nach links lenkst.
Sondern weil er mit seiner Nase herausfindet, dass die Spur dort weitergeht.
Wir wollen einen Hund, der zunehmend selbstständig sucht und eigene Entscheidungen trifft.
Was brauche ich zum Mantrailing?
Erstaunlich wenig.
Für den Anfang reichen:
- ein gut sitzendes Geschirr
- eine längere Leine
- eine Versteckperson
- ein geeigneter Geruchsartikel
- eine richtig gute Belohnung
- und vor allem ein sinnvoller Trainingsaufbau
Denn einfach jemanden irgendwo zu verstecken und den Hund suchen zu lassen, ist noch keine Ausbildung.
Die Aufgabe muss zum jeweiligen Ausbildungsstand Deines Hundes passen.
Nicht möglichst schwer trainieren – sondern so, dass Dein Hund etwas lernen kann.
Kann wirklich jeder Hund Mantrailing lernen?
Grundsätzlich können Hunde aller Rassen und fast jeden Alters mit Mantrailing beginnen.
Dackel oder Dogge, Labrador, Schäferhund, Terrier oder Mischling – die Rasse ist für den Einstieg ziemlich nebensächlich.
Denn eines müssen wir Deinem Hund nicht beibringen:
Suchen.
Das kann er bereits.
Unsere Hunde leben in einer Welt voller Gerüche und benutzen ihre Nase jeden einzelnen Tag.
Wir müssen ihnen lediglich verständlich erklären, welchen Geruch sie verfolgen sollen und warum sich diese Suche für sie lohnt.
Muss mein Hund dafür perfekt erzogen sein?
Nein.
Dein Hund muss weder perfekt bei Fuß laufen noch einen Pokal im Grundgehorsam besitzen.
Gerade Hunde, die draußen ständig mit der Nase unterwegs sind, Wildspuren interessant finden oder scheinbar jeden Geruch untersuchen müssen, können von einer gezielten Nasenarbeit profitieren.
Statt ständig zu sagen:
„Lass das!“
geben wir der Nase endlich einen Job.
„Jetzt darfst Du suchen – aber wir sagen Dir, wonach.“
Das ist ein gewaltiger Unterschied.
Warum macht Mantrailing Hunde so schön müde?
Weil Dein Hund dabei nicht einfach nur läuft.
Er muss sich konzentrieren, Gerüche unterscheiden, einer bestimmten Spur folgen, Entscheidungen treffen und ein Problem selbstständig lösen.
Das fordert Kopf und Nase.
Und genau deshalb muss sinnvolle Auslastung nicht bedeuten, jeden Tag noch fünf Kilometer mehr spazieren zu gehen.
Dein Hund braucht nicht immer einen längeren Spaziergang. Er braucht einen Job.
Mantrailing kann genau dieser Job sein.
Wie lang ist ein Trail für Anfänger?
Kurz.
Zumindest deutlich kürzer und einfacher, als viele Einsteiger erwarten.
Ein Anfänger braucht keinen kilometerlangen Trail durch die Osnabrücker Innenstadt und auch nicht gleich fünf Kreuzungen hintereinander.
Wir wollen zunächst verständliche und erfolgreiche Wiederholungen.
Lieber ein kurzer Trail, bei dem Dein Hund seine Aufgabe versteht, als eine möglichst spektakuläre Suche, bei der hinterher keiner mehr weiß, was eigentlich passiert ist.
Schwieriger können wir es später immer noch machen.
Fleiß schlägt Talent – und System schlägt Theorie.
Was passiert, wenn mein Hund falsch läuft?
Dann passiert erstmal gar nichts Dramatisches.
Ein Hund darf eine falsche Entscheidung treffen.
Er darf überprüfen.
Er darf merken, dass es dort nicht weitergeht.
Und er darf seine Entscheidung korrigieren.
Genau dadurch entsteht Lernen.
Wenn wir später einen selbstständig arbeitenden Suchhund haben möchten, können wir nicht bei jeder kleinen Unsicherheit sofort eingreifen und ihm die Lösung präsentieren.
Natürlich bedeutet Selbstständigkeit nicht, dass wir unseren Hund einfach irgendwie machen lassen.
Selbstständigkeit braucht Ausbildung.
Und genau dafür brauchen wir einen nachvollziehbaren Trainingsaufbau.
Ist Mantrailing kompliziert?
Es kann kompliziert gemacht werden. 😉
Rund ums Mantrailing gibt es inzwischen jede Menge Theorie. Als Anfänger kann man schnell den Eindruck bekommen, man müsse erst Geruchstheorie studieren, Windrichtungen berechnen und jedes Ohrzucken seines Hundes interpretieren, bevor man überhaupt anfangen darf.
Musst Du nicht.
Dein Hund kann riechen.
Was er braucht, ist ein verständlicher Weg, um seine Aufgabe zu lernen.
Wir beginnen einfach, bauen Schritt für Schritt auf und machen die Aufgabe erst schwieriger, wenn Hund und Mensch dafür bereit sind.
Mantrailing lernen statt Mantrailing zerreden.
Mantrailing anbieten kann heute fast jeder – Erfahrung ist etwas anderes
Wenn Du mit Mantrailing anfangen möchtest, wirst Du schnell feststellen: Angebote gibt es mittlerweile reichlich.
Hundeschulen bieten Mantrailing an, Vereine bieten es an und natürlich gibt es unzählige Seminare und Workshops.
Aber gerade als Anfänger ist es schwierig zu beurteilen, wer wirklich Erfahrung in der Suchhundearbeit hat.
Denn Mantrailing auf die eigene Angebotsliste zu schreiben, macht noch keinen erfahrenen Mantrailing-Trainer.
Deshalb darfst Du ruhig genauer hinschauen.
Führt der Trainer selbst einen Suchhund?
Wie lange arbeitet er bereits mit Suchhunden?
Hat er Hunde tatsächlich selbst vom Anfänger an aufgebaut?
Trainiert er regelmäßig oder beruht sein Wissen hauptsächlich auf Seminaren und Theorie?
Und wenn mit Einsatznähe geworben wird: Gibt es tatsächlich praktische Einsatzerfahrung?
Ein Buch lesen oder ein Wochenendseminar besuchen kann ein guter Einstieg sein. Es ersetzt aber keine jahrelange praktische Arbeit mit unterschiedlichen Hunden.
Warum ich Mantrailing vielleicht etwas anders sehe
Ich beschäftige mich seit über 40 Jahren mit Suchhundearbeit.
Angefangen habe ich mit der Fährtenarbeit im Hundesport. Dazu kamen im Laufe der Jahre die Ausbildung und Führung von Suchhunden im Sport, Diensthundebereich und Rettungshundewesen sowie seit vielen Jahren Mantrailing und andere Formen der Nasenarbeit.
Und ich stehe nicht nur daneben und erkläre anderen, wie es theoretisch funktionieren müsste.
Ich führe selbst aktiv meinen eigenen Hund.
Ich trainiere regelmäßig, bilde Hunde aus und arbeite auch heute noch praktisch in realen Suchsituationen.
Dazu gehören Personensuchen ebenso wie die Suche nach vermissten Tieren.
Und genau diese praktische Erfahrung verändert den Blick auf Training.
Denn auf einem Seminar kann vieles gut aussehen.
In der Realität interessiert es aber niemanden, wie schön eine Theorie klingt.
Am Ende muss der Hund seine Aufgabe verstanden haben und selbstständig suchen können.
Deshalb versuche ich, Mantrailing so einfach wie möglich aufzubauen.
Nicht einfach – im Sinne von beliebig.
Sondern verständlich, logisch und reproduzierbar.
Der Hund soll wissen, was sein Job ist.
Und der Mensch soll lernen, seinen Hund dabei sinnvoll zu unterstützen, ohne ihm permanent die Arbeit abzunehmen.
Woran erkennst Du gutes Mantrailing-Training?
Du musst als Anfänger natürlich noch nicht beurteilen können, ob ein Trail fachlich perfekt gelegt wurde.
Aber ein paar Fragen kannst Du stellen.
Frag ruhig nach der praktischen Erfahrung des Trainers. Lass Dir erklären, wie der Ausbildungsweg aussieht und warum eine bestimmte Übung gerade gemacht wird.
Vor allem sollte Training nicht daraus bestehen, jede Woche einfach irgendeine Person irgendwo zu verstecken und anschließend zu schauen, ob der Hund sie findet.
Ein guter Trainingsaufbau hat ein Ziel.
Die Übungen bauen aufeinander auf.
Fehler werden nicht einfach mit irgendwelchen Erklärungen wegdiskutiert, sondern das nächste Training wird so geplant, dass der Hund daran lernen kann.
Denn:
Ein gefundener Mensch macht noch lange kein gutes Training.
Entscheidend ist, wie der Hund dorthin gekommen ist und was er auf diesem Trail gelernt hat.
Du möchtest Mantrailing selbst ausprobieren?
Dann hast Du bei uns zwei Möglichkeiten.
Mantrailing-Einsteiger-Workshop in Bramsche
Du kommst aus Bramsche, Osnabrück oder der Umgebung?
Dann kannst Du Mantrailing bei uns ganz praktisch kennenlernen.
In unserem Mantrailing-Einsteiger-Workshop in Bramsche beginnen wir wirklich bei null.
Du brauchst keine Vorkenntnisse und Dein Hund muss vorher noch nie Mantrailing gemacht haben.
Wir zeigen Deinem Hund verständlich, worum es bei dieser neuen Aufgabe geht, und Du lernst gleichzeitig die ersten Grundlagen für Deine Arbeit am anderen Ende der Leine.
Hunde aller Rassen und nahezu jeden Alters sind willkommen.
👉 Die aktuellen Termine und die Anmeldung findest Du direkt auf Einsteiger-Workshop-Mantrailing
Bramsche ist für Dich zu weit weg?
Vielleicht wohnst Du 100, 300 oder 600 Kilometer entfernt.
Vielleicht findest Du bei Dir in der Nähe kein passendes Training.
Oder Du hast schlicht kein Auto und kannst nicht regelmäßig irgendwo zum Mantrailing fahren.
Auch dann kannst Du mit Deinem Hund anfangen.
Im SPURWERK-Club zeige ich Dir den Trainingsaufbau Schritt für Schritt online – vom absoluten Anfänger bis zum selbstständig arbeitenden Suchhund.
Du trainierst dort, wo Du wohnst, in Deinem Tempo und passend zu Deinem Alltag.
Denn für gutes Mantrailing brauchst Du nicht zwingend jede Woche einen festen Trainingsplatz.
Du brauchst vor allem eines:
Einen Plan, wie Du Deinen Hund ausbildest.
Und dann heißt es irgendwann nur noch:
Geschirr an. Nase an. Auf geht's.









